Resümee der Weltmeisterschaft 2006
Ein besonderes Fussballfest und durchgängig schönes
Wetter
Dr. Theo Zwanziger, DFB-Präsident und Bundesinnenminister
Dr. Wolfgang Schäuble waren sich zum Ende
der Weltmeisterschaft einig, dass das Turnier
das internationale Deutschlandbild verbessert
habe. Auch Zwanzigers Frau soll laut eigener Aussage
Deutschlandfähnchen in die Blumenkästen
gesteckt haben und Franz Beckenbauer äußerte
im ZDF: "Das ganze Land tanzt und freut sich.
Lasst uns feiern!" Trotz anfänglicher
Skepsis stand die ganze Nation schließlich
geschlossen hinter ihrer Elf. Froh, einen Grund
zum Feiern zu haben, ließen sich es Länder
und Kommunen ebenfalls nicht nehmen, die Besucher
mit Gastronomie, Kunst und Kulturellem zu überraschen,
was zweifelsohne auch zu dem guten Gastgeber-Image
Deutschlands beigetragen haben dürfte.
Bei Temperaturen mit teilweise über 30 Grad
herrschte deutschlandweit südländ- isches
Flair, was sich nicht nur dadurch manifestierte,
dass man überall halbnackte und tanzende
Menschen sah, die maskiert oder geschmückt
durch die Straßen liefen oder sich in örtlichen
Springbrunnen abkühlten.
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Auch die Temperamente innerhalb der Mannschaften
kochten hoch. Gerald Asamoah sah es als seine Pflicht
an, seine Teamkollegen mit Musik und Späßen
zu unterhalten, Franz Beckenbauer erklärte Deutschland
zum neuen Paradies und Bruce Arena, Trainer der Vereinigten
Staaten, wünschte sich, in Anlehnung an das Spielverhalten
der Italiener, Skandale für seine Mannschaft, um
sie "noch heißer" auf Siege zu machen.
Jürgen Klinsmann und Joachim Löw ist es, trotz
aller Hitze, gelungen, einen kühlen Kopf zu bewahren
und ihr Team unermüdlich anzutreiben. Das "System
Klinsmann", im Vorfeld dieser WM belächelt und
nicht ernst genommen, funktionierte nicht nur, viel mehr
verhalf es der Mannschaft zu bisher unbekannter Stärke
und Spielfreude, die auch Fußballaien nicht nur
auf- sondern ebenso gefiel.
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Sönke Wortmann hatte es sich im Vorfeld der Meisterschaft
zur Aufgabe gemacht, die Deutsche Mannschaft bereits
im Trainingslager auf Sardinien, Wochen vor dem
Turnier, und auch währenddessen zu begleiten
und die Stimmungen der Spieler, des Trainerstabs,
der Betreuer und der Fans in seinem Film "Deutschland
- ein Sommermärchen" fest zu halten. Hier
wird besonders deutlich, dass der Titelgewinn im
eigenen Land zwar die Krönung aller Mühen
gewesen wäre, jedoch nur eine untergeordnete
Rolle spielte.
Wortmanns Bilder spiegeln den Spaß
am Sport, Spiel und Feiern, wie auch die Massenhysterie
wider, die die Weltmeisterschaft deutschlandweit
ausgelöst hatte. Am Tag nach dem Spiel um Platz
drei reiste die Deutsche Nationalelf von Stuttgart
nach Berlin, um am Brandenburger Tor mit den Fans
zu feiern. Zwar fanden sich dort natürlich
überwiegend deutsche Fußballfans ein,
um ihre Mannschaft zu würdigen, dennoch kamen
auch etliche Fans ausländischer Vereine dazu,
um diesem Fußballfest, bei dem "Die Welt
zu Gast bei Freunden" war, einen würdigen
Abschluss zu bereiten.
Als Resümee ist zu sagen,
dass in Deutschland weder Kosten noch Mühen
gescheut worden sind, um die Weltmeisterschaft im
eigenen Land positiv und gewinnbringend in Szene
zu setzen.
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Dies gilt sowohl für die Gastronomiebranche
als auch für den Einzelhandel, insbesondere für
die Polizei, die ihre Truppen bereits zwei Jahre lang
auf alle Eventualitäten vorbereitet hatte und natürlich
nicht zuletzt für den DFB und die FIFA. Allerdings
spielte hierbei das Verhalten aller Fußballbegeisterten
weltweit eine große Rolle.
Das Gros der ausländischen Stimmen
versichert, sich in Deutschland willkommen und wohlgefühlt
zu haben, ein politisches Fair Play, welches mindestens
genau so wichtig wie das Sportliche ist und eine Veranstaltung
diesen Ausmaßes letzten Endes erst erfolgreich macht.
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